Kaj Munk - Gezeichnet 1927 von Knud NørholmDas Kaj Munk Forschungszentrum
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DK-9220 Aalborg Ost
Dänemark
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Kaj Munk
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Freedom of the Press: On Censorship, Self-censorship, and Press Ethics

Freedom of the Press
On Censorship, Self-censorship, and Press Ethics
Edited by
Søren Dosenrode

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    29. August 2006


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  - Kaj Munks Schauspiel
   “Ordet” (“Das Wort”)


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Zeittafel

1898 13. Januar: Kaj Harald Leininger Petersen, geboren in Maribo, Sohn des Gerbers Carl Emanuel Petersen und Mathilde, geb. Christensen
1899 Kaj Munks Vater stirbt.
1903 Kaj Munks Mutter stirbt. Der Junge ist schwächlich. Man rechnet damit, dass er bald sterben wird. Am 20. November wird Kaj in Peter und Marie Munks Familie in Opgager aufgenommen. Hier geht Kaj regelmässig zur Kirche bei Pastor Bachevold, der Mitglied der so genannten “Inneren Mission” ist. Ebenso nimmt er an den Veranstaltungen im Missionshaus in Brandstrup und in privaten Häusern teil.
1905 Ca. zwei Jahre Schulgang in der Schule in Opager.
1908-11 Schulunterricht beim grundtvigianischen Lehrer Martinus Westeds in der Schule in Vejleby. Ab 1910 Privatunterricht bei Pastor Bachevolds neuem Kaplan, Oscar Geismar, ein Intellektueller aus Kopenhagen. Eine neue Welt öffnet sich für Kaj Munk, als er Oehlenschläger zu lesen beginnt.
1910 Peder Emmiche, einer von Kaj Munks Bekannten, stirbt. Kaj Munk hat für ihn gebetet und ist sehr enttäuscht darüber, dass Peder Emmiche nicht von den Toten aufersteht.
1911 Kaj Munk besucht die Realschule in Maribo, wo er inspirierenden Unterricht geniesst.
1914 Realexamen. Danach Gymnasiast an der Katedralskole in Nykøbing Falster. Das dreijährige Gymnasium erweist sich als eine Art Wüstenwanderung für Kaj Munk. Immerhin lernt er in dieser Periode die Dichtkunst Ibsens kennen. Die Begebenheiten des Ersten Weltkrieges stellen seinen christlichen Glauben ernsthaft auf die Probe.
1916 Grosse Enttäuschung nach dem Verkauf der westindischen Inseln. Geistliche Krise im Laufe des Sommers, als Grossmutter (Peter Munks Mutter) nach schwerem Leiden stirbt; stark aufrührerische Gedanken.
1917 Pilatus (biblisches Drama); Abitur. Grosse Erschütterung, als Frau Camilla Wested stirbt. Munk sucht Trost in der Auferstehung. Munk nimmt das Theologiestudium an der Universität Kopenhagen auf. Er wohnt zuerst bei Frl. Anna Pedersen in der Larsleistræde und ab dem Frühjahr 1921 auf “Regensen” (ein traditionsreiches Studentenwohnheim); Samson (biblisches Drama).
1917-24 Theologiestudium. Pastor Olfert Ricards liberale Verkündigung, Professor Eduard Geismars Bibelstunden (und seine Begeisterung für Kierkegaard), V. Ammundsens Fokus auf Jesus Christus als Menschen, etc. haben grossen Einfluss auf Kaj Munk. Nach dem Studium Kierkegaards erlebt er starke Anfechtungen in Bezug auf seine Berufung zum Pfarrer.
1918 6. März: Munks grösstes Theatererlebnis: Peter Fjelstrup in Strindbers Faderen und Gerda Christophersen in der Rolle der Amme. Betty Nansen Theater; Christoffer II (historisches Schauspiel).
1919 Operationen (polistisches Schauspiel)
1922-23 Von September 1922 bis März 1923 ist Munk “klokker” (eine Art Studentensprecher). S′mænd et Offer (geschrieben für ein Regens-Fest).
1923 En Idealist, biblisches Drama über König Herodes. Die ersten acht Akte schrieb Munk, während er sich auf seine Examen vorbereitete.
1924 Abschluss des Theologiestudiums mit dem Grad “cand. theol.”, Gemeindepfarrer in Vedersø (das damals knapp 600 Einwohner zählte). En Idealist, die zwei letzten Akte schreibt Munk in Vedersø.
1925 Ordet (Das Wort). Dieses Schauspiel schreibt Munk auf Anraten von Hans Brix (Censor am Königlichen Theater), der ein Schauspiel wünscht, das “die Bauern ernst nimmt”. Die Niederschrift erfolgt kurz nachdem eine junge Frau von Vedersø im Kindbett gestorben ist.
1926 En Idealist wird vom königlichen Theater angemommen. I Brændigen (ein Schauspiel über Georg Brandes); Kærlighed (ein Stück mit stark autobiographischen Zügen: Der Pfarrer in einer Gemeinde in West-Jütland glaubt selber nicht an die christliche Botschaft, die er vermittelt, aber er opfert sich für seine Gemeindeglieder auf.) Fugl Fönix (politisches Schauspiel auf dem Hintergrund des Versailles-Friedens).
1927 Reise nach Deutschland und nach den Färöern.
1928 8. Februar: En Idealist, gespielt am königlichen Theater, wird von den Kritikern niedergesäbelt. Fra Tidehvervet, Schauspiel um Lucrets.
1929 13. Januar: Kaj Munk heiratet Lise Jørgensen, Bauerntochter von Vedersø: I Brændingen, wird vom Königlichen Theater verworfen. Havet og Menneskene (spielt in einer Gemeinde in Westjütland, aber mit historischem Hintergrund. Die Niedrigkeit der Gemeinde wird durch eine sündflutartige Überschwemmung bestraft). Kardinalen og Kongen (historisches Drama über Richelieu und Ludwig XIII).
1931 Cant (historisches Stück über Heinrich VIII.), mit diesem Stück, aufgeführt am Königlichen Theater, gelingt Kaj Munk der Durchbruch. Allgemeine Anerkennung von den Kritikern. Kaj Munk beginnt als regelmässiger Mitarbeiter der Zeitung “Jyllands-Posten”.
1932 Ordet wird am Betty-Nansen Theater aufgeführt und gedruckt. Grosser Erfolg. Die Otto Larsen-Debatte: Munk verteidigt einen jungen Pfarrer, obwohl der dessen Meinung nicht teilt, weil er meint, jener müsse das Recht haben, seine Zweifel öffentlich einzugestehen. Die Kirche habe kein Recht, die Gewissensfreiheit der Pfarrer einzuschränken.
1933 De Udvalgte (biblisches Drama über König David und Bathseba), Saul (biblisches Drama).
1934 Urlaub, Reise nach Palästina: Vedersø-Jerusalem Retur (die Reiseartikel, die Kaj Munk für die Zeitung “Jyllands-Posten” geschrieben hat, werden als Buch herausgegeben.) Os bærer den himmelske Glæde (Gedichtsammlung), Kaj Munk schreibt Shakespeares Hamlet um; Frau Koltschak (Diktatorstück); Film: Det gyldne Smil.
1935 En Almanakhistorie (bzw. Ordet II, Fortsetzung des ersten Borgengaard-Stücks mit neuer Problemstellung).
1936 Sejren (politisches Drama, Mit dem Krieg in Abessinien und Mussolini als Hintergrund); 10 Oxford-Snapshots (über die Oxford-Bewegung); Liv og glade Dage (Jagdbriefe).
1937 Die Laier-Debatte: Erneut kirchliche Polemik. Munk verteidigt einen entlassenen Pfarrer im Namen der Ehrlichkeit und der Freiheit. Diktatorinden (historisches Schauspiel über Mor Sigbrit). Filmen om Christiern den Anden (Filmmanuskript).
1938 Himmel og Jord (samling af avisartikler m.m.). Han sidder ved Smeltediglen (politisches Schauspiel gegen den Antisemitismus). Offener Brief an Mussolini (gegen die Judenverfolgung).
1939 Han sidder ved Smeltediglen wird aufgrund ministerieller Aufforderung in Südjütland aus dem Repertoire gestrichen. Egelykke (Schauspiel um Grundtvig); Puslespil; Tempelvers (Gedichtsammlung).
1940 Atterdag (Umarbeitung des Schauspiels Christoffer II, das Munk in seiner Jugend geschrieben hatte). Niels Ebbesen (gedruckt 1942); Rede in Ollerup im Juli. Rede in Gerlev im August. Viele Vorträge innert zweier Jahre. Chr. Reventlows Angriff: Er Kaj Munk dansk Aandslivs Høvding? Navigare Necesse (Gedichtsammlung).
1941 Kongen (historischer Einakter); Ved Babylons Floder (Predigtsamlung): Sværg det, Drenge (Gedichtsammlung). Das Justizministerium wird speziell aufmerksam auf Munk wegen seiner mutigen Vorträge.
1942 Konfiskation von Niels Ebbesen; 10.April, Sitzung bei Kirchenminister Fibiger. De Herrer Dommere, Med Ordets Sværd (Predigtensammlung); Den Kærlighed; Foraaret saa sagte kommer (Autobiographie); Med Sol og megen Glæde (autobiographische dokumente).
1943 27. März. Protestbrief an das Kirchenministerium. Før Cannae (historisches und politisches Schauspiel); Ewalds Død, geschrieben anlässlich der Gedenkfeier für Johannes Ewald am Königlichen Theater; aufgeführt am 18. November. Am 29. August kündigt die Regierung definitiv die Zusammenarbeit mit den Deutschen. Am 5. Dezember predigt Munk in Kopenhagen, in der Frue Kirke, trotz deutschem Verbot. Alverdens Urostiftere (biblisches Stück über Paulus und Peter).
1944 In der Nacht auf den 5. Januar wird Munk von der Gestapo in der Nähe von Silkeborg ermordet.
  
  Nach Marc Auchet: “De lollandske stjerner”, (København, 1997), S. 378-81, mit Genehmigung des Verfassers, übersetzt von Andrea von Dosenrode


     Das Kaj Munk Forschungszentrum

Stand: 30. Juni 2011