Kaj Munk - Gezeichnet 1927 von Knud NørholmDas Kaj Munk Forschungszentrum
Kroghstræde 3, Raum 4.117
DK-9220 Aalborg Ost
Dänemark
kmf@hum.aau.dk
Telefon +45 99 40 91 24
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Übersicht über
die Projekte des
Kaj Munk
Forschungszentrums
per ultimo 2008



Neuerscheinung

Freedom of the Press: On Censorship, Self-censorship, and Press Ethics

Freedom of the Press
On Censorship, Self-censorship, and Press Ethics
Edited by
Søren Dosenrode

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 - Erstes Kaj Munk
    Seminar,
    29. August 2006


 - Das Wort,
    Amateurbühne
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Forschung

 - Sprachliche
    Stilstudie


 - Annotierte
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    (Artikel:
    "Semantische Suchen
    in Kaj Munks
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Forschungsprojekte am Kaj Munk Forschungszentrum

 




 
 

Sprachliche Stilstudie über das Schauspiel “Niels Ebbesen” (1942)

Jesper Valeur Mogensen, cand. mag.

Jesper Valeur Mogensen hat Dänisch studiert und mit dem Titel cand. mag. abgeschlossen. Seine Lizentiatsarbeit widmete er der Entwicklung eines Textanalysemodells (triadisch-dialektische Literaturanalyse), das die sprachliche Analyse und den realhistorischen Hintergrund mit der Analyse und Auslegung des fiktiven Universums von belletristischen Werken kombiniert. Seit 2003 ist Jesper Valeur Mogensen wissenschaftlicher Assistent und Lehrbeauftragter an der Universität Aalborg. Seine Hauptaufgabe besteht in der Beratung von Studenten, die sprach- und literaturwissenschaftliche Projekte schreiben.

In den letzten Jahren hat er sich für das spezielle Kreuzfeld zwischen Literatur und Sprache, das traditionell “Stilistik” genannt wird, interessiert. Seine Forschungsassistenz am Kaj Munk Forschungszentrum beinhaltete ebenfalls stilistische Studien. Methodisch ist Jesper Valeur Mogensen eng mit dem Linguisten Hans Götzsche (Professor an der Universität Aalborg) verbunden. Hans Götzsche hat eine klare Begriffsdefinition und eine systematische Methode zur sprachlichen Stilanalyse entwickelt, die eine solide und detaillierte Stilcharakteristik ermöglicht. Auf dem übergeordneten Niveau arbeitet die Methode auf zwei parallelen und interagierenden Gleisen: Ein lexikalisch-syntaktisches und eines mit Tropen und Figuren. Der grösste Unterschied – und Vorteil – im Verhältnis zu anderen Methoden besteht darin, dass Götzsche sich nicht damit beschäftigt, zu erraten, aus welchem Grund ein bestimmter stilistischer Ausdruck gewählt wurde, oder welchen Effekt der Ausdruck möglicherweise haben könnte. Diese Auffassung teilt Jesper Valeur Mogensen vollständig, und Götzsches Methode bildet daher die Grundlage für die Stilstudie über Niels Ebbesen.

Das Interesse für Kaj Munk hat seit den 50er Jahren stark abgenommen und hat sich seither auch hauptsächlich auf sein Leben und seinen Widerstand gegen die Nazis konzentriert. Aus Forschungsperspektive besteht daher eine grosse Lücke bezüglich der Beschreibung und Charakterisierung von Kaj Munks sprachlichem Stil.

Man sagt, die Augen seien der Spiegel der Seele. Das kann aber nicht mehr gelten, wenn die Person tot ist. Dagegen kann man sagen, dass sich die Seele des Toten in der sprachlichen Form spiegelt, in die er seine Gedanken kleidete, als sie sich materialisierten. Eine stilistische Analyse führt einen mit anderen Worten unter die Haut eines Schriftstellers; sie bringt detailliert und handgreiflich Einsicht i die Arbeitsweise, die Technik und das Bewusstsein des Verfassers und ist deshalb absolut nicht uninteressant für die, die sich sonst hauptsächlich für den Menschen Kaj Munk interessieren.

Kaj Munks stilistische Charakterisierung beginnt mit dem Schauspiel Niels Ebbesen (1942), das mit seinen vier vorausgehenden Versionen, seiner dramatischen Herausgabe und Konfiskation während der Okkupation Dänemarks, und durch seinem klaren symbolischen Wert für den dänischen Widerstandskampf einen besonderen Platz im Gesamtwerk von Kaj Munk einnimmt. Dieses Stück bietet dem Stilanalytiker die Möglichkeit, dem Autoren noch näher zu kommen, da man auf Detailniveau der Veränderung und Umformulierung einzelner Passagen folgen, und somit die sprachliche und stilistische Transformation von Anfang bis Ende mitverfolgen kann.

Die stilistische Studie von Niels Ebbesen kann nie mehr als ein Hinweis auf Munks generellen Stil sein. Will man Munks generellen Stil, die Entwicklungstendenzen darin oder genre- bzw. texttypische Stilelemente herausarbeiten, muss man – leider - warten, bis ein sehr viel grösserer Teil seiner schriftlichen Produktion (im Prinzip alles!) beschrieben ist.

Die Stilstudie wird im Jahre 2007 veröffentlicht.

 
 




 
 

Doktorarbeit: Annotierte Textdatenbasen: Datenbasenmodelle und Suchsprache im Kontext des Kaj Munk Arkives

Ulrik Petersen, cand. mag., B.Sc.

Ulrik Petersen ist cand. mag. in humanistischer Computer Science und B.Sc. in Computer Science und Mathematik, und beschäftigt sich seit bald einem Jahrzehnt mit Datenlinguistik. Er ist als Doktorand am Kaj Munk Forschungszentrum (KMF) angestellt. Seine Forschung in Textdatenbasensystemen soll die Arbeit des Zentrums, Kaj Munks Archiv auf dem Internetz zugänglich zu machen, unterstützen. Insbesondere soll die Forschung avancierte Fragestellungen bezüglich des Kaj Munk Archives ermöglichen. Ulrik Petersens Forschung erfolgt in Zusammenarbeit mit den Forschern der HCI (Human Centered Informatics) – Forscherschule.

Das Ziel seiner Forschung ist es, Theorien, Methoden und Prinzipien zu entwickeln, wie man avancierte – und trotzdem leicht zugängliche - Recherchen in grossen Mengen von Text, wie z.B. dem Kaj Munk Archiv ermöglicht. Die angestrebten Forschungsresultate sollen von so genereller Natur sein, dass sie sich auf andere grosse Mengen von Text anwenden lassen.

Ganz konkret ist es das Ziel, Recherchen vornehmen zu können, die präziser sind, als was die heutige Technologie, z.B. in Form von Googles Suchmaschine, zulässt. Letztlich ist das Ziel, generelle Theorien, Methoden und Prinzipien für semantische Recherchen herauszuarbeiten, die Internetz-Recherchen von bislang ungekannter Präzision ermöglichen. Die gleichen Prinzipien wird man auf andre grosse Informationsmengen, wie z.B. andere Autorenarchive, juristische Texte, Zeitungsartikel, Buchsammlungen, Nationalarchive, Kirchenbücher etc. anwenden können. Es ist einleuchtend, dass grosses ökonomisches Interesse an der Entwicklung von solchen so genannten Information Retrieval Systems besteht.

Ulrik Petersens Forschung entwickelt sich in zwei Richtungen, die sich schliesslich vereinigen werden, worüber in zukünftigen Versionen dieser Website berichtet werden wird.

Die eine Richtung ist die automatische Analyse der Semantik (Bedeutung) von Kaj Munk – Texten. Wenn man z.B. den Suchbegriff “Gemeinde” eingibt, erhält man die Möglichkeit unter verwandten Suchbegriffen auszuwählen, z.B. “Kirche”, “Dorf”, auch wenn der Begriff “Gemeinde” in einem bestimmten Dokument vielleicht nicht vorkommt. Dies erreicht man durch ein dialogbasiertes Suchinterface, das Schritt für Schritt mit dem Benutzer abklärt, welche Bedeutung gemeint ist.

Dies soll durch eine automatische Analyse der Texte, die sowohl Syntax als auch Semantik einbezieht, erreicht werden. Dazu müssen morphologische, lexikalische, syntaktische und semantische Analysen der Texte vorgenommen werden. Das Ziel ist, durch verschiedene Textanalysen so genannte “clusters” (Wortgruppen) automatisch zu erfassen. Ontologien (Begriffshierarchien) spielen dabei eine wesentliche Rolle. Solche Begriffshierarchien sollen ebenfalls automatisch aufgedeckt werden können.

Die andere Richtung von Ulrik Petersens Forschung ist die Entwicklung einer Suchsprache und ein Speichermodell für annotierten Text (d.h. Text der mit zusätzlichen Informationen bereichert ist). Dies soll das Suchen in den Texten von Kaj Munk unterstützen. In dieser Hinsicht ist Ulrik Petersen schon weit vorgestossen, da er bereits bevor er Doktorand wurde, ein Softwaresystem entwickelt hat, das viele der Forderungen erfüllt, welche das gewünschte Suchprogramm aufweisen soll. Dieses Softwaresystem heisst “Emdros”, vgl. die zugehörige homepage: http://www.emdros.org. Emdros ist ein leistungsstarkes Datenbasensystem, dessen Potential bereits zwei Kunden aus der Industrie zum Kauf einer Lizenz bewogen hat. Ein Teil von Ulrik Petersens Forschung besteht somit in der Weiterentwicklung von Emdros, sodass dieses System die Recherchen in Kaj Munks Texten auf der Website des Kaj Munk Forschungszentrums hantieren kann.

Emdros wurde u.a. auf der Konferenz COLING 2004 präsentiert.

The PhD-project is described in more detail in the article
  "Semantic queries in Kaj Munk's textual universe"

See also:
 
     Das Kaj Munk Forschungszentrum

Stand: 30. Juni 2011